Rückblende – 35 Jahre Bar Sabrina

Sie kommen als Fremder und gehen als Freund…

Nachdem die Pforten vom „Chérie“ geschlossen worden sind, habe ich diesen Slogan übernommen.

Als ich im Jahr 1977 aus der Fuggerstadt Augsburg nach Hamburg kam, hörte ich vom „Tanzcafé Chérie“ am Steindamm. Dort verkehrten nur die Top Damen und Herren. Ich ergriff meine Chance und startete ins Erotikbusiness in der Hansestadt.

Nach einigen Monaten als Dienstleisterin, wusste ich, dass ich mehr wollte. Mein Ziel war es, selbst über meine Zukunft zu bestimmen.  Dazu nutzte ich meine vielen Erlebnisse und gewonnene Erkenntnisse. Mit meinen wenigen Ersparnissen eröffnete ich, mit viel Liebe zum Detail und Ideenreichtum, meinen ersten Club „Wilde Engel“ an der Elbchaussee. Schnell etablierte sich mein Club als Anlaufadresse für anspruchsvolle Geschäftsleute.

Die Erlebnisse aus dieser Startphase werde ich bald mit Ihnen teilen…

 

Es kristallisierte sich ziemlich bald heraus, dass meine Räumlichkeiten zu klein wurden. Durch einen Zufall lernte ich Stummi (Günther Stumm) kennen. Er und sein Partner Hanne Klein (eine St. Pauli Legende) gründeten und betrieben die Kneipe „Ritze“. -Die „Ritze“ ist eine Kneipe mit Boxring im Keller. Sie befindet sich im Hinterhof und hat eine berühmte Eingangstür, die rechts und links von zwei gespreizten Frauenbeinen mit High Heels flankiert ist. Die Kneipe war ein Treffpunkt vieler bekannter und großer Boxer.-

 

Eines Tages erzählte mir Stummi, dass er und Hanne eine schöne Jugendstilvilla gekauft haben. Sie boten mir an, die Villa zu übernehmen…und so nahm alles seinen Lauf.

An dieser Stelle ist es mir sehr wichtig zu erwähnen, dass Hanne und Stummi wirklich immer für mich da gewesen sind. Ich habe niemals wieder Menschen getroffen, die sich so fair und anständig mir gegenüber benommen haben. Ich lernte sehr viel von ihnen. Es waren 2 ganz besondere Männer mit großen Herzen und Gefühlen…Gott segne sie…

 

Ich hatte mir alle Genehmigungen von den Behörden für die Eröffnung der „Bar Sabrina besorgt“. Es war damals nicht leicht. Es gab Anwohnerproteste, Bürgerinitiativen, Flugblatt-Aktionen und Versammlungen gegen die Eröffnung meiner Bar.

Aber durch meine natürliche und freundliche Art, habe ich die Gegner nach wenigen Wochen davon überzeugt, dass meine Bar keine Lärmbelästigung etc. für die Nachbarschaft darstellt.

Im Gegenteil, ich kurbelte die Wirtschaft in meiner Nachbarschaft an. Meine Waren für die Bar erwarb ich z. B. beim Schlachter, im Obstgeschäft und beim Bäcker. Ich war schnell beliebt

Als mir eines Abends ein liebevoller Gast 1000 Rosen schenkte -meine Bar war über und über geschmückt mit diesen schönen Rosen- dachte ich gleich an Frau Kröger, die Besitzerin des Blumenladens gegenüber. Ich wollte ihr eine Freude machen  und schenkte ihr die Rosen zum Verkauf. Sie hat sich wahnsinnig gefreut. Und auch ich war glücklich bei dem Gedanken, dass die Rosen noch anderen Menschen eine Freude bereiteten.

 

Die Waterloostraße wurde zu meiner Heimat. Ich war bei allen bekannt und hatte für jeden ein offenes Ohr. Es war die schönste Zeit in meinem Leben. Wir hatten soviel Spaß und Freude.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich allerdings viel verändert. Die meisten Einzelhandelsbetriebe gibt es nicht mehr.

Aber nach wir vor, habe ich zu den Nachbarn ein gutes Verhältnis.

Wenn ich heute auf die 35 Jahre zurück blicke, fallen mir ganz spontan lustige Begebenheiten ein.

Das werde ich allerdings ein anderes Mal erzählen…

 

 

Rene Weller war ein guter Freund von Hanne, Stummi und Sabrina.

1983 avancierte ich zur „Cheftesterin“ für einen Erotikführer (Erotic Guide Hamburg von 7 bis 7), den zwei junge Verleger erstmals in der Hansestadt auf den Markt brachten und der in vielen Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen für Wirbel sorgte (u.a. Stern, Quick, Hamburg-Journal etc.).

 

So wurde ich, das bayrische Mädchen aus der Fuggerstadt Augsburg, überregional bekannt und dieser Bekanntheitsgrad hält seit 35 Jahren.

Ich blicke auf einen langen, manchmal steinigen, aber immer interessanten und erfolgreichen Weg zurück.

Infos darüber folgen zu einem späteren Zeitpunkt…